ALLS WARI DAGS

Ostara

Das erste Osterfeuer des Jahres… wir läuten den Frühling ein!

Alls Wari Dags

Deutschlands erster historischer Wettkampf in gerüstetem Kampfsport.

Kinder- und Sommerfest

Geschichte vermitteln durch Spaß und Spiel.

Erntedank

Märkisches Erntedankfest mit historischen Handwerkermarkt.

Jul

Zum Jahresausklang… feiern wie die Germanen.

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ALLS WARI DAGS?
2. Geschichtlicher Hintergrund
3. Sieger Vergangener Wettstreite
4. Anmeldung für Kämpfer

Deutschlands erster historischer Wettkampf für gerüsteten Kampfsport

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Was ist ALLS WARI DAGS?

‚Alls Wari Dags‘ (germ. auch ‚Allawari Dag‘), kurz AWD, bedeutet „Tag aller Krieger“ und ist bundesweit das erste historische Turnier in „gerüstetem Kampfsport“ mit einer vorrangig sportlichen Ausrichtung.

Mit der Wahl des Namens sollte nicht einfach die Veranstaltung thematisch an das Projekt ‘Gannahall’ angepasst werden, vielmehr war uns daran gelegen an gleich zwei Phänomene der deutschen Frühgeschichte zu erinnern.
Zum Einen an den engen Bezug der suebischen, bzw. ‘elbgermanischen’ Stämme zu ihrem Kernvolk, den Semnonen und deren Tradition der Zusammenkunft, entweder auf dem heiligen Boden ihrer (nicht nur) mythologischen “Urheimat” zwischen Elbe und Oder, vermutlich aus kultisch-religiösen Gründen, aber auch in der Ferne. Wenn die Situation es erforderte, schloss man sich offenbar bevorzugt mit seinesgleichen zusammen und nicht selten entstanden aus solchen Koalitionen nebenbei ganz neue Suebische “Völker”, wovon heute noch Namen wie ‘Markomannen’, “Die Männer an der Grenze” oder ‘Alamannen’, “Alle Männer, bzw. Krieger (…von gleicher Abstammung)” zeugen.

Außerdem soll der Name an die mehr als zweitausendjährige europäische Tradition sportlicher Wettbewerbe in Kampfkunst, bzw. Kampfsport erinnern.

Vorrangiges Ziel war und ist es, einen  Wettkampf nach historischem Vorbild durchzuführen, dessen Anspruch nicht in erster Linie dem Geschmack des Publikums oder der historischen Darstellung, sondern vor allem dem sportlichen Ehrgeiz der Teilnehmer gerecht werden sollte.

Ursprung dieser Idee war die Wahrnehmung, dass die historische Darstellung in Deutschland in weiten Teilen hochwertig, ja nahezu professionell ist, in einigen Bereichen jedoch zu wünschen übrig lässt, sei es beispielsweise die seriöse Einbindung der überaus wichtigen spirituellen Elemente in Darstellungen heidnischer Kulturen…oder eben der Darstellung von kriegerischen Auseinandersetzungen oder Kampf im Allgemeinen.

Uns ist natürlich klar, dass der Alltag und die Konstitution des modernen Menschen keine derartigen körperlichen Höchstleistungen, zumal in Einheit mit einer solchen Perfektion der Kampfkunst, wie sie beispielsweise Julius Caesar in seinen „gallischen Kriegen“ über die suebischen Krieger unter Ariovist beschreibt.
Dennoch war es unser Anliegen, die Entwicklung des „historischen Schwertfechtens“ mit voranzutreiben, weg vom oftmals schlecht choreografierten Schaukampf der klassischen Mittelaltermärkte, hin zu einer möglichst realistischen Darstellung historischen Kampfgeschehens.

Ähnlich wie es bei den sogenannten Rückzüchtungen bereits ausgestorbener Tierarten gehandhabt wird, suchten wir nach den noch existierenden Überbleibseln dieser alten Kunst und konnten schließlich aus der Summe bekannter Fakten aus Archäologie, historischer Überlieferung, sowie der Geschichte von modernem Wettkampf und Kampfsport, das Unbekannte rekonstruieren und etwas Ausgestorbenes wieder zu Leben erwecken…zumindest jedoch ein Abbild erzeugen.
Immerhin ist auch das Heckrind kein Auerochs, es ist ihm nur so ähnlich, wie es seinen Schöpfern möglich war. 😉

Der ‚Alls Wari Dags – Kriegerwettstreit‘ startete 2010 nach einem “Testlauf” im Vorjahr erstmalig unter diesem Namen.

Von Beginn an wurde versucht, neben den eher Kampfsportinteressierten auch ein möglichst breites Spektrum der  Reenactmentszene anzusprechen.
Aus diesem Grund ist das Zeitfenster für die Darstellung der Teilnehmer mit gut zweitausend Jahren auch verhältnismäßig groß gewählt und erstreckt sich grob von 700 vor der Zeitrechnung bis ca. 1300 nach der Zeitrechnung, da innerhalb dieses Rahmens eine ungefähre Chancengleichheit zwischen den verschiedenen Bewaffnungen und Kampfweisen gegeben ist.

Eine größtmögliche Fairness garantiert die AWD-Wettkampfordnung, welche die Abläufe nach sportlichen Gesichtspunkten reglementiert und diverse Regulierungen vornimmt, um zum Beispiel deutliche Wettbewerbsvorteile zu begrenzen und entsprechend anzupassen.

Ein weiteres Merkmal, welches ‚Alls Wari Dags‘ von anderen ähnlichen Veranstaltungen unterscheidet, ist die hochwertige Prämierung der Sieger.
So wird traditionell jährlich ‚das Damastschwert‘ an den Erstplatzierten des Zweikampfwettbewerbes vergeben.
Dieses variiert in seiner Ausführung von Jahr zu Jahr. Es wurden in der Vergangenheit sowohl frühe germanische Schwerter mit einschneidiger Klinge vergeben, als auch völkerwanderungszeitliche Reiterschwerter oder klassische „Wikingerschwerter“.
Allen gemein ist die hochwertig verarbeitete und kampftaugliche Klinge.
Der Marktwert dieses Preises dürfte je nach Ausführung zwischen 200 € und 400 € liegen.

Im Wettbewerb der Zweikämpfe wird auch der Zweit- und Drittplatzierte prämiert.
Diese Preise unterschieden sich in der Vergangenheit in jedem Jahr, mittlerweile arbeiten wir allerdings an einer durchgängigen Linie und es zeichnet sich ab, dass die 2017 vergebenen Preise in zumindest ähnlicher Form auch in den nächsten Jahren zu gewinnen sind.
So erhielt der Zweitplatzierte 2017 einen Gutschein über 100 €, für ein in traditionellem „Dotwork“ gestochenes Tattoo von POKIN PIRATE TATTOO und der Drittplatzierte einen Bernsteinschmuck nach historischem Vorbild, im Wert von ca. 50 €.

Etwas anders verhält es sich mit der Prämierung der Gruppenkämpfe auf der Brücke.
Bei diesem Wettbewerb wird nur die Erstplatzierte Mannschaft ausgezeichnet.
Der erste Preis für die Siegermannschaft ist der Idee des „Wanderpokals“ nachempfunden und basiert auf dem in historischen Quellen überlieferten Brauch, die Feldzeichen besiegter Gegner oder andere prestigeträchtige Beutestücke als Zeichen des Triumphes für eine gewisse Zeit mit sich zu führen und entsprechend zu präsentieren.

Der „Wanderpokal“ der AWD-Gruppenkämpfe ist, in Anlehnung an den Austragungsort der Wettkämpfe, Gannahall in der Semnonenmark, ein nach archäologischen Vorlagen in authentischer Ausführung gefertigter sechseckiger Schild aus dem ersten Jahrhundert, welcher von den Siegern für den Verlauf eines Jahres als Zeichen ihres Triumphes geführt wird.
Den Umgang mit dieser Trophäe regelt ‚das Schildgesetz‘.

Im Jahr 2016 wurde die Einführung von „Teilnehmermarken“ beschlossen, welche nach vollzogenem Eignungstest („Vorkämpfen“) an die teilnehmenden Kämpfer vergeben werden.
Dies dient einerseits der Markierung der für den Wettkampf zugelassenen Kämpfer und zeichnet den Träger zukünftig als Teilnehmer eines der härtesten Wettkämpfe des Landes aus. 😉

Geschichtlicher Hintergrund

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Wer kennt sie nicht, die Geschichten von mittelalterlichen Turnieren, den Tjosten, in denen Ritter nicht nur zur Unterhaltung der Massen oder um die Gunst der adligen Jungfrauen, sondern vor allem auch aus sportlichem Ehrgeiz in Waffen gegeneinander antraten.

Weniger bekannt sein dürfte das so genannte Buhurt, eine Schlacht verschiedener Kriegergruppen mit stumpfen Waffen, in der eine maximale Realitätsnähe zum echten Gefecht erzielt wurde.

Doch kaum Jemand kennt die Ursprünge dieser Wettkämpfe, die deutlich weiter zurückreichen, als in das historisch weitgehend erschlossene Mittelalter.
Immer noch gilt die Ritterschaft als Urheber dieser Art von sportlicher Auseinandersetzung…doch gab es das Training und den Wettbewerb im bewaffneten „Kampfsport“ schon sehr viel früher.

Man kann wohl davon ausgehen, dass es schon bronzezeitliche Kriegereliten gab, doch da es aus dieser Zeit an Überlieferungen mangelt, setzen wir in einer besser dokumentierten Epoche an, der Antike.

Die Wurzeln des bewaffneten Kampfsportes, also der bewaffneten Auseinandersetzung ohne das vorrangige Ziel zu töten, sind im antiken Rom zu finden. Unter der Leitung von Fechtmeistern, den armaturae doctores, entstanden Fechtschulen zur Ausbildung von Gladiatoren, die zur Unterhaltung der Zuschauer Schaukämpfe austrugen.

Doch nicht nur in den Kampfschulen der Arenen wurde trainiert, besonders hart gedrillt wurden auch  die Legionäre des römischen Imperiums.
Da wurde nicht nur exerciert, geschanzt und Formationen geübt, nein, auch die körperliche Fitness der Soldaten und deren Fertigkeiten im Umgang mit ihren Waffen wurden durch ständiges Training geschult und im internen Wettkampf sportlich geprüft, denn im Zweifelsfall musste der Legionär in der Lage sein sich allein, ohne den Schutz seiner Kameraden und den Vorteil einer taktischen Formation zu behaupten.
Und die Gegner waren oftmals gefürchtete, bisweilen aufgrund ihrer Kampfkraft gleichsam vermystifizierte Krieger, denen im Zweikampf nur beizukommen war, wenn man in bester körperlicher und geistiger Verfassung gegen sie antrat und seine Waffen in Perfektion beherrschte.

Solche Gegner waren seinerzeit unsere Vorfahren, die sogenannten Germanen, welche die weiten, den Römern unheimlichen und unbekannten Wälder nördlich des Imperiums, jenseits der Alpen bevölkerten.

Was wissen wir über ihre Fertigkeiten im Umgang mit ihren Körpern und Waffen?
Man braucht überhaupt nicht lange zu recherchieren um einiges Beeindruckende und manches schier Unglaubliche zutage zu fördern.
Verschiedene antike Quellen zeichnen ein Bild vom kriegerischen germanischen Riesen, dessen größte Freude der Kampf und „das Messen der Kräfte“ gewesen sein soll, während sie Arbeit als lästige Zeitverschwendung ansahen…doch dürften solche Darstellungen vor allem der Propaganda gedient haben.
Sicherlich war der überwiegende Teil der germanischen Bevölkerung zum Beginn unserer Zeitrechnung mit ganz alltäglichen Dingen, wie dem Nahrungserwerb, dem Handel oder schlicht seiner Familie beschäftigt, war also eher Bauer als Berufskrieger…allerdings wissen wir auch von Ausnahmen.
Schon Julius Cäsar zeigte sich beeindruckt von den Kampftechniken der suebischen Krieger unter Ariovist und deren unglaublicher Leistungsfähigkeit in der Schlacht.
So wird berichtet, dass die suebischen Krieger, eigentlich ursprünglich in den undurchdringlichen Urwäldern zwischen Elbe und Oder zu Hause, über die ungewöhnlichsten Kampftaktiken zu Pferde verfügten.
Kombinationen wie „3 Krieger – 2 Pferde“, bei denen zwei Reiter einen dritten Krieger, meist einen auf den Kruppen beider Pferde stehenden Lanzenschleuderer in vollem Galopp an die feindlichen Linien brachten, wo er einen Wurfspieß nach dem anderen in den Reihen seiner Gegner versenkte oder „2 Krieger – 1 Pferd“, also „tactical teams“ bei der sich zwei Kämpfer, abwechselnd als Läufer oder Reiter, gegenseitig schützend und taktisch zuarbeiten, erfordern nicht nur ein Höchstmaß an körperlicher Fitness, sondern auch eine entsprechende Routine im Umgang mit ihren Mitteln, ihren Gegnern und den ständig neuen Situationen.

Das sind keine Fähigkeiten, die man mal eben so nebenbei nach Feierabend, auf dem Weg vom Acker an den heimischen Herd übt.

Betrachtet man die Kampfweise der von den Semnonen abstammenden suebischen, bzw. elbgermanischen Stämme schon zum Beginn der römischen Kaiserzeit, kommt man nicht umhin, hier ein intensives multiples Trainingsprogramm vorauszusetzen, denn eins war damals schon so wahr wie heute: Von nichts kommt nichts.

Wie groß die Kampfkraft germanischer Krieger im direkten Konflikt Mann gegen Mann war, verdeutlicht die so genannte Varus-Schlacht, in welcher die Römer gezwungen waren auf ungünstigem Gelände zu kämpfen, welches die üblichen taktischen Manöver nicht zuließ und in der aufgelösten Kampfordnung jeder Legionär mehr oder weniger auf sich gestellt war.
Der Ausgang der Schlacht spricht Bände…die mächtigste Armee mit den bestausgebildetsten Soldaten der damaligen Zeit,  verliert mit knapp 20.000 Legionären so gut wie alle Soldaten der drei beteiligten Legionen.

Noch übertroffen wird die Fokussierung auf den Kampf und das „Waffenhandwerk“ und die Glorifizierung von Kriegerhelden und deren Waffen allerdings einige hundert Jahre später, am Übergang von der Antike ins Frühmittelalter, als zum Ende der germanische Völkerwanderung auch die Macht des römischen Imperiums zerschlagen war.
Ganze Völker lebten über Generationen hinweg im Kampf. Jeder Tag konnte die nächste große Schlacht bringen und gut beraten war der, der wehrhaft, vorbereitet und erfahren war.
Legenden und historische Aufzeichnungen berichten gleichermaßen von germanischen Völkerschaften, deren gesamte männliche Bevölkerung quasi „hauptberuflich“ Krieger waren.
Vom Hof des Hunnenkönigs Etzel (Attila) ist bekannt, dass sowohl die eigenen Krieger, als auch diejenigen föderierter Stämme und Völker täglich ganztägig alle Facetten des Kampfes zu trainieren hatten.
Und wie ließe sich der Trainingsstand abseits des Schlachtfeldes besser erproben als in Kampfspielen und sportlichen Wettkämpfen?

Mit dem ‚ALLS WARI DAGS – Kriegerwettstreit‘ wollen wir dieses spezielle Puzzelteil europäischer Geschichte für unsere Mitmenschen erlebbar machen und ihnen einen kleinen Einblick gewähren in stürmische Zeiten,  in denen Menschen zu Helden wurden und ihre Waffen zu Legenden.

Historie

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2010

Sieger 1vs1: Lokeric Fjaedersson

Sieger Gruppe: Tiuteiva

2011

Sieger 1vs1: Lokeric Fjaedersson

Sieger Gruppe: Tiuteiva

2012

Sieger 1vs1: Lokeric Fjaedersson

Sieger Gruppe: Tiuteiva

2016

Sieger 1vs1: Lokeric Fjaedersson

Sieger Gruppe: Freystatt

2017

Sieger 1vs1: Jonas ‚Panzerbär‘ (Blødwølfø)

Sieger Gruppe: Blødwølfø

AWD 2017 – Ein Rückblick

Eine Woche ist vergangen, die ALLS WARI DAGS – Wettkämpfe liegen hinter uns.
Mittlerweile sind auch die letzten Spuren der Veranstaltung auf Gannahall beseitigt und bevor wir uns nun wieder der Arbeit an unserem Projekt zuwenden, ist es Zeit für einen kurzen Rückblick und das ein oder andere Dankeswort.

Vorab bitte ich all diejenigen um Verzeihung, die hier nicht namentlich erwähnt werden: Ihr wurdet nicht vergessen! Eine Auflzählung aller Helfer und Unterstützer würde hier einfach den Rahmen sprengen und dieses Resümee zur Liste machen.

Nach der unfreiwilligen dreijährigen Pause von 2012 bis 2016, fand im letzten Jahr, relativ kurzfristig und ohne viel Werbung, ein eher minimalistisches Revival mit vergleichsweise wenigen (kämpfenden) Teilnehmern statt…mehr an eine große Privat-Party unter freiem Himmel erinnernd, nur eben öffentlich.
Und es gab wirklich einiges zu feiern!

Nicht nur das Comeback des Wettkampfes, sondern das Fortbestehen des Projektes Gannahall insgesamt, welches in den Jahren zuvor mehrfach auf der Kippe gestanden hatte.
Kaum jemand schien zunächst an die AWD-Wiederbelebung zu glauben und so reisten Kämpfer ohne Ausrüstung und in Zivil an, nur um zu schauen ob etwas dran wäre am Remake, ein paar Bier zu trinken und über eine eventuelle Zukunft der Wettkämpfe zu philosophieren.
Doch unter anderem dadurch wurde es ein schönes und nahezu familiäres Event mit vielen bekannten Gesichtern und guter Resonanz, was uns schließlich dazu bewegte die Wettkämpfe in größerem Maßstab wieder aufleben zu lassen.

Ein  Jahr später war es nun soweit.
Fast fünfzig Kämpfer und auch Kämpferinnen aus ganz Deutschland und Polen hatten sich angemeldet um am Samstag im „Ring von GANNAHALL“ gegeneinander anzutreten. Mit ihnen waren siebzehn verschiedene Sippen und Kampfgruppen präsent.

Doch bevor am Samstag vormittag „der Ernst des Lebens“ die Kämpfer erwartete, ließ der Semnonenbund e.V. eine alte Tradition wieder aufleben…die „AWD-Willkommensfeier“ am Freitag Abend, bei der alle bereits Anwesenden mit Spanferkel und Freibier begrüsst wurden.

Am Samstag dann sollten auch die Besucher nicht zu kurz kommen. Also wurde für Groß und Klein einiges vorbereitet.
Wer keinen Platz am Ring ergattern konnte, der übte sich eben selbst, natürlich unter Anleitung, im Umgang mit Schwert und Schild, Bogenschießen, Axt- und Speerwurf, setzte die Kinder aufs Pferd oder den Strohburg-Balken um bei Met und Bier das schöne Wetter zu genießen und beim Rundgang einen Blick auf das Dotwork des traditionellen Tätowierers Uli von ‚Pokin Pirate Tattoo‚ zu werfen, der an diesem Wochenende einem Kunden das langersehnte Raben-Motiv (Vendel/Gotland) auf die Brust stach.

Doch zurück zu den Wettkämpfen.
Qualitativ war das Teilnehmerfeld des Zweikampfwettbewerbs gut durchwachsen und nachdem sich „die Spreu vom Weizen getrennt“ hatte, wurde es  wirklic h spannend …!
Erstaunlich, wie viele verschiedene ‚Stile‘ zu beobachten waren, wie Technik auf Taktik und Schnelligkeit auf Härte traf…wenngleich die Zweikämpfe in diesem Jahr vergleichsweise „unbrutal“ ausgetragen wurden, was nicht zuletzt dem Auge und der Autorität der drei Ring- und Kampfrichter zu verdanken war, die Regelverstöße rigoros ahndeten.

Begleitet von archaischen Rhythmen der Pauken und Trommeln von Ulf ‚Trommla Hoff Mann‘, und unseren neuen parsischen Freunden von ‚Paganland‚, schraubte sich der Wettkampf dem Finale entgegen.

Sechs Stunden nach Beginn der Kämpfe geschah dann das längst Überfällige und dennoch Unerwartete:
Der viermalige, bis dato ungeschlagene AWD-Champion Lokeric Fjaedersson wurde entthront und das Damast-Schwert für den Sieger der Zweikämpfe ging in diesem Jahr an:
Jonas ‚Panzerbär‘ (Blødwølfø).

Platz 2 erkämpfte sich ‚Troll‘ (Freystatt I).
Platz 3 ging an ‚Lokeric Fjaedersson‘ (Sleipnir Sippe)

Die Kämpfe gingen am Abend so gut wie nahtlos in eine fröhliche Party über.

Schließlich fanden sich Veranstalter, Musiker und Gäste zu einer fetten Drumperkussion am Feuer ein und ballerten ihre Beats in die Nacht.
Für eine eventuelle Schlaflosigkeit möchten wir uns bei den Anwohnern der Stadtrandsiedlung entschuldigen!

Acht Mannschaften schlugen sich dann am Sonntag auf der Brücke um den ‚Semnonen-Schild“, den Wanderpokal der AWD-Gruppenkämpfe, welcher im Mai 2016 durch die Brückenmannschaft von Freystatt erstmalig aus dem Havelland entführten und seitdem für den Verlauf eines Jahres gut sichtbar mit sich durch die Lande führte, ganz genau wie ‚das Schildgesetz‘ es vorschreibt.

Wie zu erwarten, war besonders die Brückenmannschaft von Tiuteiva extrem motiviert den Schild zurückzugewinnen, den sie im Vorjahr nach einer mittelmäßigen Vorstellung an Freystatt verloren hatten.

Als Gannahall-Hausmannschaft, in der noch immer viele ehemalige und aktive Semnonenbundmitglieder  kämpfen, waren Tiuteiva quasi unter Zugzwang und traten erwartungsgemäß stark auf.

Mit Ihrer brachialen Art erinnerten „die Tiu’s“ an alte Zeiten, nicht zuletzt weil in diesem Wettkampf einige bekannte Veteranen auf die Brücke traten, die ihre Gegner in diesem Zusammenhang eventuell gar  nicht mehr auf dem Schirm hatten.

Doch offensichtlich waren nicht nur Tiuteiva bestens vorbereitet und motiviert, denn neben ihnen und Freystatt, die mit gleich zwei Mannschaften an den Start gingen, zeigte sich auch die ‚Havelsippe‚ unerwartet stark und beeindruckte mit Entschlossenheit, Kampfstil und einer koordinierten Führung.

Doch die Überraschung des Tages waren die ‚“Newcomer“ ‚Blødwølfø‚, eine eigens für diesen Wettkampf kreierte Mannschaft um die „Warnow Wölfe“ Piet und Basti.

Sie brachten Tiuteiva deren einzige Niederlage an diesem Tag bei und gewannen den Brückenkampfwettbewerb ungeschlagen.
Tiuteiwa wurden somit Zweitplatzierte und Freystatt 1 erkämpfte sich den dritten Platz.

Einige Aufregung gab es kurz vor der Siegerehrung, als von verschiedenen Seiten die Rechtmässigkeit eines solchen „Casting-Crew“-Sieges infrage gestellt wurde.

„Was wenn in Zukunft unliebsame Gegner durch ständig wechselnde Allianzen beseitigt würden?“

Als Veranstalter sagen wir: That’s History Baby! 😉

Für uns zählt nur, was Regelwerk und Schildgesetz vorschreiben:

– die Mannschaft wird zum Hüter des Schildes und ist ihm damit verpflichtet

– der Schild reist mit er Mannschaft von Kampfplatz zu Kampfplatz, das heisst, dass es die Gruppe mindestens für den Verlauf eines Jahres geben wird, denn unter dem Schild muss über die Hälfte der Stammmannschaft antreten.

– dasselbe gilt für die Titelverteidigung…mindestens 3 von 5 der Originalbesetzung müssen im Mai 2018  antreten.

Die Preise wurden gestiftet von:

  1. Preis (Damast-Schwert): Schmied Karl & Semnonenbund e.V.
  2. Preis: (100 Euro Tattoo-Gutschein): Pokin Pirate Tattoo
  3. Preis (Bernsteinhammer): Hagason G.

Bei ihnen allen wollen wir uns bedanken!

Unser Dank geht ausserdem natürlich an all jene, die uns bei der Planung und Ausrichtung dieser Veranstaltung in irgendeiner Form unterstützt haben, als da wären: Trommla Hoff Mann, Paganland, German Medieval Sports Devision, Uli & PP-Tattoo, j4x & 3eitraum, Zeitreisen Brandenburg, unseren freiwilligen Helfern vor Ort (High Five, Ihr H…s! 😀 ) den Mitgliedern des Semnonenbund e.V. (geile Arbeit Leute!) und natürlich allen Teilnehmern und Gästen!!!

Es hat Spaß gemacht Leute…ich hoffe, wir sehen uns im Mai 2018, wenn der Schild in die Semnonenmark zurückkehrt!

Zur Anmeldung für Krieger und Händler
Allgemeine Wettkampfregeln
Zweikampf-, und Gruppenregeln
Das Schildgesetz
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