Semnonenbund e.V.2018-08-27T15:14:38+00:00

Semnonenbund e.V.

Der Verein zum Projekt „Historisches Dorf GANNAHALL“

Vom Geschichtsinteresse, über die historische Darstellung, zum Bauherren eines historischen Dorfes

Der Semnonenbund gründete sich im Jahr 2000, zunächst als loser Zusammenschluss von Jugendlichen und Erwachsenen, deren Interesse der europäischen Ur- und Frühgeschichte galt.
Das Hauptaugenmerk lag allerdings auch zu dieser Zeit schon auf der Erforschung der heimischen Regionalgeschichte und da alle damaligen Mitglieder dieses Interessenkreises aus Berlin oder dem Land Brandenburg stammten,  rückte immer stärker die für die Öffentlichkeit am wenigsten greifbaren Periode der ostdeutschen Geschichte in den Fokus, der Zeit der vorslawischen Besiedlung, also dem Zeitalter der sogenannten Germanen in der Mark. Ein Thema, welches sich in den folgenden Jahren als deutlich anspruchsvoller, weil deutlich umfangreicher und vor allem für die Region viel bedeutender herausstellen sollte, als jeder der Beteiligten zu diesem Zeitpunkt ahnte.

Ähnlich wie im so genannten 3. Reich die germanische Geschichte Deutschlands und Europas aufgebauscht, verklärt und zu rassistischen Zwecken missbraucht wurde, wurde leider in der darauf folgenden ehemaligen DDR die Bedeutung der Germanen für die europäische Geschichte kleingeredet und zugunsten eines, den gesamten ehemaligen Ostblock umspannenden „Panslawismus“ von der Forschung weitestgehend übergangen. Gerade in der DDR hatte die Beschäftigung mit der germanischen Geschichte den Ruch des revisionistischen, reaktionären und wurde von staatlicher Seite argwöhnisch beäugt.
Dementsprechend stand den Mitgliedern des Semnonenbundes nur ein sehr dürftiges Repertoire aus historischen Überlieferungen, teilweise überholter Vorkriegsforschung und den raren Publikationen zu archäologischen Grabungen der ehemaligen DDR zur Verfügung.

Doch schon allein dieser Fundus brachte in den ersten Jahren unglaubliche Fakten an den Tag, wie zum Beispiel die Tatsache, dass die in unserer Region ansässigen Semnonen, die in ihrer Hochzeit fast das gesamte Ostdeutschland besiedelten, vermutlich zu den ersten germanischen Stämmen oder Völkern überhaupt gehören. Ihre wissenschaftlich belegbaren Spuren lassen sich mittlerweile in die Zeit vor dem 5. Jhd. v.d.Z. datieren und gehen erst mit dem 5. Jhd. unserer Zeit allmählich in der slawischen Folgebesiedlung auf. Eine ca. tausendjährigen Siedlungskontinuität und die Wow-Momente rissen nicht ab!
Doch allein schon dieser unglaubliche Zeitraum, von der Geschichtsforschung bis doto noch nie zusammenhängend aufgearbeitet, bot uns jede Menge Raum zur Erforschung und vor allem für eine diesbezügliche historische Darstellung.

Semnonenbundmitglieder im Geschichtsunterricht an einer Berliner Schule (2015)

Eine historische Darstellung der Semnonen war bis dato deutschlandweit nicht vorhanden und so wurde die Darstellung der Berlin-Brandenburger Regionalgeschichte zum Hauptanliegen des Vereins.
Da diese Wissenslücke, bezüglich der 1000-jährigen germanischen Geschichte Ostdeutschlands sich quer durch alle Bevölkerungsschichten zog, sollte unser „Regional Living History“ auch  Jedermann angeboten und unser Wissen der interessierten Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

Im Oktober 2002 fand dann die reguläre Vereinsgründung des Semnonenbund e.V. in Brandenburg/Havel statt. Der Antrag auf  Eintrag ins Vereinsregister erfolgte dann später in Nauen, vor allem, weil gut die Hälfte der Mitglieder dort lebte und auch der 1. Vorsitzende Nauener war.
Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit und deren Eintrag ins Vereinsregister der Stadt Nauen folgte ein gutes Jahr später.

Bald schon häuften sich die Anfragen bezüglich historischer Auftritte, Vorträge und ganzer Rahmenprogramme.
Mal fuhren wir an eine Schule für unterrichtsbegleitende Vorträge oder eine themenbezogene Vorführung, ein anderes Mal stellten wir traditionelles Handwerk in einer Senioren-Residenz  vor oder stifteten das gesamte Programm zum Betriebsfest einer großen Berliner Firma, mit Lager und verschiedenen moderierten Kampfvorführungen.
Oft genug stand der im Vorfeld betriebene Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zur eigentlichen Vorführung, besonders wenn der Interessent oder Auftraggeber ein umfangreiches Programm wünschte und noch dazu der Ort der Darstellung nicht in unmittelbarer Nähe lag.

Immer stärker kristallisierte sich die Idee heraus, sich einen passenden Ort für eine dauerhafte Darstellung zu schaffen.
Da die historische Darstellung trotzdem auch weiterhin „ganzheitlich“ sein sollte, also alle wichtigen Aspekte des Alltags vor 2000 Jahren, wie die Lebensumstände, Handwerk, Kultur, Glaube und Kriegertum gleichermaßen beinhalten sollte, kam als Rahmen für dieses Projekt nur ein historisches Dorf in Frage.

Der Semnonenbund e.V. im Slawendorf Brandenburg (2006)

Um eine größtmögliche Authenzität zu erreichen, sollte eine gut dokumentierte germanische Siedlung zw. 300 v.d.Z. bis 300 n.d.Z. gefunden und in Teilen rekonstruiert werden.
Die Wahl fiel auf die Siedlung von Nauen Bärhorst, welche schon von Doppelfeld und Behm-Blancke eingehend beschrieben und auch später von Archäologen und Historikern wie P. Schöneburg oder Dr. Manfred Kluger behandelt wurden.
Diese Beiden wurden dann auch zu unseren direkten Ansprechpartnern und vor allem mit Dr. Kluger verband den Vorstand schon bald ein intensives Verhältnis der Zusammenarbeit, welches bis zu dessen Tod im Jahr 2009 anhielt.
Der Semnonenbund e.V. hat diesem großartigen und engagierten Historiker viele Ideen, Anregungen und Unterstützung zu verdanken.

Unmittelbar nach dem Beschluss begannen sowohl die Suche nach einem geeigneten Grundstück, als auch die Planungen zum Projekt „Historisches Dorf GANNAHALL“, parallel zur laufenden Vereinsarbeit.
Die Stadt Nauen stellte dem Verein für die Durchführung des Projektes zunächst das Gelände des Bürgerparks am Großen Havelländischen Hauptkanal zur Verfügung, welcher sich von der Graf Arco-Straße bis zum Ludwig-Jahn-Sportplatz erstreckt. Da der Bürgerpark an sich nur in geringem Maß bebaubar war,  wurde die angrenzende Wiese von privat langzeitgepachtet.
Ende 2003 wurde mit den ersten Planungsschritten zur Erstellung eines Bebauungsplanes begonnen. Der angrenzende „Angler-Parkplatz“ des Bürgerparks, wurde kurz darauf in einer Zwangsversteigerung vom Semnonenbund e.V. erworben.
Sofort begannen die Mitglieder des Semnonenbundes, das Projekt mit öffentlichen Veranstaltungen zu bewerben.
Nur zwei Jahre später jedoch, im Dezember 2005, kurz nach der Fertigstellung des Grundkonzeptes, wurde plötzlich der Vertrag für das gepachtete Grundstück gekündigt, weil der Besitzer zu verkaufen wünschte und der Verein derzeit nicht über die nötigen Mittel verfügte, auch dieses Grundstück zu erwerben.

Da der Bürgerpark allein für die Umsetzung des Projektes nicht geeignet war, musste der Standort aufgegeben und eine neue Planungsfläche gefunden werden.
Parallel begann der Semnonenbund mit einer Reihe von Aktionen und Benefizveranstaltungen um an die nötigen finanziellen Mittel zu kommen, das Projekt GANNAHALL an anderer Stelle umzusetzen.
Auch die gemeinnützige und sonstige Vereinsarbeit lief weiter wie bisher, wenngleich dieser Rückschlag auch ein nachlassendes Engagement vieler Mitglieder zur Folge hatte.
Das öffentliche Interesse am Projekt GANNAHALL und den sonstigen Vereinsaktivitäten, wie zum Beispiel dem alljährlich stattfindenden öffentlichen und kostenlosen Hallentraining im historischen Schwertfechten, hielten jedoch unvermindert an und ermutigten uns zum Weitermachen.

Es sollte allerdings bis Anfang 2008 dauern, bis in Kooperation mit der Stadt Nauen ein passendes Ersatzgelände gefunden wurde, welches eine ähnliche Lageaufwies, wie die ursprüngliche Siedlung von Nauen-Bärhorst und infrastrukturell entsprechend angebunden war.
Im April wurde ein Erbbaupachtvertrag mit der Stadt unterzeichnet und umgehend mit der erneuten Planung begonnen.

Overlay & Erstentwurf: Grabungskarte Nauen/Bärhorst (Behm/Doppelfeld) auf Flurstückkarte

Wieder vergingen gut drei Jahre in denen die eigentliche Vereinsarbeit immer mehr ins Hintertreffen geriet und im Grunde nur noch aus der Arbeit des Vorstandes bestand, der von Behördentermin zu Behördentermin und von Planungstreffen zu Planungstreffen reiste, Konzepte erstellte und Änderungen vornahm, bis der Bebauungsplan zum Jahreswechsel 2011/12 schließlich endgültig fertiggestellt und von allen nötigen Ausschüssen und Behörden genehmigt war.
Die Erstellung des B-Plans brachte den Verein erstmals in finanzielle Bedrängnis.
Die Suche nach finanziellen Unterstützern in Form von Sponsoren oder Spendern gestaltete sich schwierig, wohl auch weil das öffentliche Interesse in den zurückliegenden Jahren immer weiter nachließ. Darüber hinaus beanstandete das Finanzamt die Finanzierung des Projektes durch Benefiz-Veranstaltungen wie das „Rock for Roots“ und drohte den Freistellungsbescheid zukünftig nicht mehr auszustellen, womit der Semnonenbund e.V. seinen Status der Gemeinnützigkeit verloren hätte.
Das „Rock for Roots“-Festival fiel damit langfristig als Haupteinnahmequelle aus.

Schließlich musste der Verein zu allem Überfluss seine Lagerhalle, in der Baumaterial, Werkzeug und Maschinen untergebracht waren, welche während der letzten Jahren angeschafft worden waren, in Folge eines  Grundstückverkaufs  geräumt werden.
Die als Alternative angemietete Halle erwies sich langfristig als untauglich, da sie Einbrechern gute Möglichkeiten bot und darüber hinaus das Material nicht hinreichend vor Witterung und Schädlingsbefall geschützt war.

Zu Beginn des Jahres 2013, gut 10 Jahre nach seiner Gründung stand der Semnonenbund e.V. wieder ganz am Anfang.
Die Bauphase hätte beginnen können, doch der Verein verfügte nun weder über geeignetes Baumaterial, noch über Werkzeug oder über finanzielle Einnahmen um beides anzuschaffen.
Darüber hinaus hatten während der letzten Jahre fast zwei Drittel der Mitglieder dem Semnonenbund den Rücken gekehrt.
Die Gründe dürften vielfältig gewesen sein, doch als Hauptargument wurde beim Austritt stets Desillusionierung angegeben. Die Vereinsmitglieder glaubten nicht mehr an ein Gelingen des Projektes und vermuteten unter anderem widrige Kräfte auf diversen Entscheidungsebenen, die zu verhindern suchten, dass das historische Dorf zur Umsetzung käme.

Doch wir wären nicht wir, hätten wir uns nach all den Jahren von diesen Rückschlägen entmutigen lassen und auch wenn der im Erbbaupachtvertrag vorgeschriebene Zeitplan unter diesen Voraussetzungen unmöglich einzuhalten war, wollten wir es zumindest nichts unversucht lassen.
Wieder wendeten wir uns an die Stadt Nauen und siehe da, die wichtigen Entscheidungsträger waren immer noch vom kulturellen, touristischen und pädagogischen Potential unseres Projektes überzeugt.
Fortan unterstützte die Stadt Nauen den Semnonenbund e.V. mit dem benötigten Baumaterial aus dem Nauener Stadtforst.
Nach und nach kam der Verein über private Spenden auch wieder an dringend benötigtes Werkzeug und 2014 wurde das erste Baumaterial von den verbliebenen  Mitgliedern, sowie einigen befreundeten Helfern geschlagen.
Bis jetzt, Stand August 2016, wurde nach Methoden der experimentellen Archäologie zunächst ein Stück Palisadenzaun gestellt, sowie eines der Arbeitshäuser (Schmiede) und die Grundkonstruktion von Langhaus 1.
Auch der Veranstaltungsbetrieb wurde wieder aufgenommen und die Öffentlichkeit beginnt sich wieder für das Projekt zu interessieren.

Und genauso, wie wir an unseren Aufgaben wachsen, wächst mit den Erfolgen auch der Verein wieder, die Mitgliederzahlen erholen sich allmählich und auch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen nimmt zu.
Bis dato haben mehr als zehn straffällig gewordene Jugendliche im Programm „Arbeit statt Strafe“ ihre Arbeitsstunden im Projekt GANNAHALL abgeleistet.
Außerdem hat der Semnonenbund e.V. Anfang 2016 zwei Arbeitsstellen über das „100 Stellen-Programm“ des Landkreises Havelland besetzt und zwar eine feste Hausmeisterstelle auf dem Projektgelände für die praktischen Abläufe vor Ort und die Stelle eines Koordinators, welcher die fachlich und historisch korrekte Umsetzung des Projektes  überwachen, Veranstaltungs- und Betriebskonzepte erstellen, sowie Öffentlichkeits- und Verknüpfungsarbeit leisten soll.

Zukünftig ist geplant,  die Zusammenarbeit mit der Stadt Nauen, dem Landkreis Havelland, sowie dem Tourismusverband und anderen Einrichtungen zu intensivieren.
Auch der Kontakt zu den regionalen Flüchtlingsheimen soll ausgebaut und die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit erörtert werden.
Vor allem in Nauen werden wir  versuchen unsere Bekanntheit zu nutzen und vor dem Hintergrund der jüngeren Vorkommnisse ein Zeichen setzen um mit gutem Beispiel voranzugehen wenn es heißt Vorurteile abzubauen und vor allem der übrigen Welt zu zeigen, dass unsere germanische Regionalgeschichte nichts mit Rassismus oder Faschismus zu tun hat, sondern einige wichtige und wertvolle Beiträge zur europäischen Gesamtgeschichte beigesteuert hat, die es verdient haben beachtet und geachtet zu werden.

Die Vereins-Satzung des Semnonenbund e.V.

Satzung „Semnonenbund e.V.“

(Stand: 10.04.2016)

Vorbemerkung: Soweit in der Satzung geschlechtsspezifische Formulierungen gewählt werden, gelten diese sowohl für das männliche als auch für das weibliche Geschlecht.

  • 1 Name und Sitz des Vereins, Geschäftsjahr
  1. Der Verein führt den Namen „Semnonenbund e.V.“.
  1. Der Vereinssitz ist Nauen. Postanschrift: c/o Rico Krüger, Kirchstraße 8, 14641 Nauen.
  • Der Verein ist unter „VR 5553 P“ in das Vereinsregister des Amtsgerichts Potsdam eingetragen (früher Amtsgericht Nauen 7VR 590).
  1. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
  • 2 Zweck und Aufgaben des Vereins, Gemeinnützigkeit
  1. Der Semnonenbund e.V. mit Sitz in Nauen verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

Zweck des Vereins ist die Förderung und Vermittlung von Geschichte, Kunst und Kultur im Allgemeinen, sowie regionalem Brauchtum und Heimatkunde/Regionalgeschichte.

  1. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch den Bau eines historischen Museumsdorfes „Historisches Dorf Gannahall“ als Lehr- und Erlebnisort für offene Kinder- und Jugendarbeit und experimentelle Archäologie sowie der Durchführung kultureller Veranstaltungen.
  • Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.
  1. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
  1. Beiträge, Einnahmen und Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Niemand darf durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütung begünstigt werden.
  1. Der Verein ist politisch und religiös neutral.

 

 

 

 

  • 3 Mitgliedschaft

I.              Der Verein besteht aus:

  1. Ordentlichen Mitgliedern,
  2. Passiven Mitgliedern,
  3. Förderern,
  1. Mitglied kann jede natürliche volljährige Person werden.
  • „Ordentliche Mitglieder“ sind Mitglieder, die aktiv am Vereinsleben und seinen Veranstaltungen teilnehmen.
  1. „Passive Mitglieder“ sind Mitglieder, die sich nicht selbst aktiv für den Verein engagieren, aber im Übrigen die Interessen des Vereins fördern.
  1. Die Einteilung in Ordentliche und Passive Mitglieder sowie den Wechsel des Status regelt die Vereinsordnung.
  1. Förderer sind Personen, die den Verein finanziell unterstützen. Förderer können auch juristische Personen sein.
  • Personen, die sich in besonderer Weise um den Verein oder den Vereinszweck verdient gemacht haben, können von der Mitgliederversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Hierfür ist ein Beschluss der Mitgliederversammlung mit Zweidrittelmehrheit er Ehrenmitglieder haben die gleichen Rechte wie Ordentliche Mitglieder, sind jedoch von der Beitragszahlung befreit.
  • 4 Rechte und Pflichten der Mitglieder
  1. Ordentliche Mitglieder, Ehrenmitglieder sowie passive Mitglieder haben das Stimmrecht in der Mitgliederversammlung.
  1. Ordentliche Mitglieder haben sowohl aktives als auch passives Wahlrecht.
  • Passive Mitglieder haben zwar Stimmrecht aber kein Wahlrecht.
  1. Förderer haben weder Stimmrecht noch aktives oder passives Wahlrecht.
  1. Alle Mitglieder sind berechtigt, an allen Veranstaltungen und Versammlungen des Vereins teilzunehmen. Sie haben außerdem das Recht, dem Vorstand, dem erweiterten Vorstand und der Mitgliederversammlung Anträge zu unterbreiten.
  1. Die Mitglieder haben das Recht, die vereinseigenen Einrichtungen und das sonstige Eigentum des Vereins zu nutzen.
  • Die Mitglieder sind verpflichtet:
  1. Zweck und Aufgaben des Vereins zu erfüllen und zu fördern,
  2. das Vereinseigentum schonend und fürsorglich zu behandeln,
  3. die Regeln der Satzung und der Vereinsordnung zu befolgen,
  4. die Mitgliedsbeiträge pünktlich zu entrichten, näheres regelt die Beitrags- und Gebührenordnung,
  5. sonstige beschlossene Verpflichtungen zu erfüllen.

1.    Bei Verstößen kann der Vorstand folgende Maßnahmen beschließen:

  1. Verwarnung,
  2. Ausspruch von Vereinsstrafen, näheres regelt die Vereinsordnung,
  3. Zeitweilige Entziehung von Vereinsrechten,
  4. Ausschluss aus dem Verein.

Gegen die Entscheidung ist die Berufung in der Mitgliederversammlung möglich.

  • 5 Erwerb der Mitgliedschaft
  1. Die Mitgliedschaft kann beantragt werden durch:
  2. schriftlicher Erklärung gegenüber dem Vorstand,
  3. persönlicher Vorstellung vor der Mitgliederversammlung,
  4. Vorstellung vor der Mitgliederversammlung durch ein Mitglied als Leumund.
  1. Über den Antrag entscheidet die Mitgliederversammlung mit einfacher Mehrheit. Eine Ablehnung muss nicht begründet werden.
  • 6 Beendigung der Mitgliedschaft
  1. Die Mitgliedschaft endet:
  2. durch Tod,
  3. durch Austritt,
  4. durch Ausschluss.
  1. Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand. Der Austritt erfolgt in der Regel innerhalb einer Frist von 30 Tagen zum Ende eines Kalenderjahres.
  • Der Ausschluss aus dem Verein kann erfolgen, wenn ein Mitglied:
  1. grob oder wiederholt gegen die Regeln der Satzung oder der Vereinsordnung verstoßen hat,
  2. wenn es das Ansehen oder die Interessen des Vereins schwer geschädigt hat, z.B. durch unehrenhaftes, unsportliches oder unkameradschaftliches Verhalten,
  3. wenn es innerhalb des Vereins wiederholt und erheblich Anlass zu Streit und Unfrieden gegeben hat,
  4. wenn es trotz Mahnung und ohne hinreichende Begründung mit seinen Beiträgen oder sonstigen Verpflichtungen in Verzug ist.
  1. Über den Ausschluss, der mit sofortiger Wirkung erfolgt, entscheidet der Vorstand. Gegen die Entscheidung des Vorstandes ist die Berufung in der Mitgliederversammlung möglich, wo dem betroffenen Mitglied die Gelegenheit zur persönlichen Rechtfertigung zu geben ist. Die Mitgliederversammlung entscheidet dann mit einfacher Mehrheit endgültig.
  1. Mit dem Ende der Mitgliedschaft erlöschen alle Ämter und Rechte im Verein. Geleistete Beiträge und sonstige Leistungen werden nicht zurückerstattet. Ein Anspruch am Vereinsvermögen besteht nicht. Vereinspapiere und sonstiges Vereinseigentum sind zurückzugeben.

Der Verein behält seinen Anspruch auf rückständige Beiträge und sonstige Forderungen.

  • 7 Beiträge
  1. Der Verein erhebt Mitgliedsbeiträge. Außerdem kann er Umlagen festsetzen.
  1. Mitgliedsbeiträge sind grundsätzlich monatlich fällig. Ausnahmsweise kann beim Vorstand ein begründeter Antrag gestellt werden, dass im Einzelfall die Fälligkeit vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich eintritt. Bei Bedürftigkeit eines Mitglieds kann der Vorstand auf Antrag den Mitgliedsbeitrag reduzieren, stunden oder erlassen.
  • Umlagen und Mitgliedsbeiträge werden von der Mitgliederversammlung festgelegt. Näheres regelt die Beitrags- und Gebührenordnung.
  • 8 Organe des Vereins

Organe des Vereins sind:

  1. der Vorstand,
  2. die Mitgliederversammlung,
  3. die Kassenprüfer.
  • 9 Vorstand
  1. Der Vorstand besteht aus:
  2. dem Vorsitzenden,
  3. dem stellvertretenden Vorsitzenden,
  4. dem Kassenwart,
  5. dem Schriftführer.
  1. Die Mitglieder des Vorstandes werden von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von 4 Jahren gewählt. Sie bleiben bis zur Bestellung des neuen Vorstandes im Amt.

Scheidet ein Vorstandsmitglied innerhalb der Wahlperiode aus, so kann der Vorstand bis zu einer auf der nächsten Mitgliederversammlung zu treffenden Entscheidung (Bestätigung) ein anderes Mitglied als Vorstandsmitglied berufen.

III.

Der Vorstand im Sinne des § 26 BGB sind der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende. Vorsitzender und Stellvertreter sind einzelvertretungsbefugt.

IV.

Zum Abschluss von Rechtsgeschäften, die den Verein nicht mit mehr als 3.000,00 Euro (in Worten: eintausend Euro) belasten, sind sowohl der 1. Vorsitzende als auch die Stellvertreter bevollmächtigt.

Für den Abschluss von Rechtsgeschäften, die den Verein mit mehr als 3.000,00 Euro (in Worten: eintausend Euro) belasten und für Dauerschuldverhältnisse ist im Innenverhältnis die Zustimmung des Vorstandes durch Beschluss erforderlich

V.

Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte des Vereins. Er entscheidet über alle Angelegenheiten des Vereins, soweit dies nicht nach der Satzung oder zwingenden gesetzlichen Bestimmungen anderen Organen vorbehalten ist. Insbesondere hat er folgende Aufgaben:

  1. Vorbereitung und Einberufung der Mitgliederversammlung,
  2. Ausführung der Beschlüsse der Mitgliederversammlung,
  3. Erstellung des Haushaltes des Vereins, der Buchführung und des Jahresabschlusses,
  4. Verwaltung und satzungsgemäße Verwendung des Vereinsvermögens.

VI.

Der Vorstand soll in der Regel vierteljährlich tagen.

VII.

Die Sitzungen des Vorstandes können von jedem Vorstandsmitglied einberufen werden. Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn mindestens 3 Mitglieder, darunter einer der Vorsitzenden, anwesend sind. Er entscheidet mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit zählt die Stimme des Vorsitzenden, bei seiner Abwesenheit die seiner Vertreter. Herrscht danach noch immer Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt.

VIII.

Der Vorstand kann sich zur Erfüllung seiner Aufgaben der Hilfe von ordentlichen Mitgliedern z.B. als Leiter von Arbeitsgruppen bedienen.

IX.

Der Kassenwart verwaltet die Vereinskasse und führt Buch über die Einnahmen und Ausgaben.

  • 10 Mitgliederversammlung
  1. Die Mitgliederversammlung ist das höchste Vereinsorgan.
  1. Ordentliche Mitgliederversammlungen sind mindestens einmal pro Jahr, möglichst jedoch jedes Quartal durch den Vorstand einzuberufen.
  • Die Einberufung erfolgt mindestens 14 Tage vor der Versammlung durch schriftliche Einladung per Post oder Email; diese soll die Tagesordnung enthalten.
  1. Der Vorstand kann jederzeit eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Er hat dies zu tun, wenn ein Drittel aller stimmberechtigten Mitglieder die Einberufung beantragt.
  1. Das Stimmrecht in der Mitgliederversammlung ist nicht auf andere Mitglieder übertragbar.
  1. Die Mitgliederversammlung ist ab einer Teilnahme von mindestens einem Drittel der Mitglieder beschlussfähig. Bei Beschlussunfähigkeit hat der Vorstand binnen drei Wochen eine zweite Versammlung mit derselben Tagesordnung einzuberufen. Diese ist ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlussfähig. In der Einladung zur zweiten Versammlung ist auf diese besondere Beschlussfähigkeit hinzuweisen.
  • Entscheidungen der Mitgliederversammlung werden i.d.R. mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen beschlossen. Enthaltungen zählen als nicht abgegeben und werden nicht mitgezählt. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt.

Beschlussfassungen und Wahlen erfolgen i.d.R. durch offene Abstimmung, wenn nicht von einem Mitglied geheime Abstimmung beantragt wird.

  • Zu den Aufgaben der Mitgliederversammlung gehört:
  1. Entgegennahme der Berichte des Vorstandes, des erweiterten Vorstandes sowie der Kassenprüfer,
  2. Entlastung des Vorstandes,
  3. Wahl und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und der Kassenprüfer,
  4. Genehmigung des Haushaltsvorschlages,
  5. Beschlussfassung über Ordnungen und deren Änderungen, insbesondere der „Vereinsordnung“ und der „Beitrags- und Gebührenordnung“,
  6. Festlegung sonstiger Verpflichtungen der Mitglieder, insbesondere die Zugehörigkeit/ Leitung der Arbeitsgruppen,
  7. Beschlussfassung über Satzungsänderungen und Auflösung des Vereins,
  8. Entscheidungen über Anträge des Vorstandes oder der Mitglieder und über Berufungen gegen Entscheidungen des Vorstandes über Ausschlüsse oder sonstige Maßnahmen gegen Mitglieder,
  9. Ernennung von Ehrenmitgliedern.
  1. Die Versammlung wird von einem der Vorsitzenden geleitet.

 

  • 11 Kassenprüfer
  1. Die ordnungsgemäße Buch- und Kassenführung des Vereins wird regelmäßig, mindestens je nach Abschluss eines Geschäftsjahres, durch zwei von der Mitgliederversammlung gewählte Kassenprüfer geprüft. Diese erstatten der Mitgliederversammlung einen Prüfungsbericht.
  1. Die Kassenprüfer werden für die Dauer von zwei Jahren gewählt.
  • 12 Beurkundung von Beschlüssen; Niederschriften
  1. Die Beschlüsse des Vorstandes, des erweiterten Vorstandes und der Mitgliederversammlungen sind schriftlich abzufassen und vom jeweiligen Leiter der Sitzung und dem Schriftführer zu unterzeichnen.
  1. Über jede Mitgliederversammlung wird eine Niederschrift aufgenommen, die vom Versammlungsleiter und vom Schriftführer zu unterzeichnen ist.
  • 13 Satzungsänderung

 

Eine Änderung der Satzung kann nur durch die Mitgliederversammlung beschlossen werden. Bei der Einladung ist die Angabe des/der zu ändernden Paragraphen der Satzung in der Tagesordnung bekannt zu geben. Ein Beschluss, der eine Änderung der Satzung enthält, bedarf einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen.

  • 14 Auflösung des Vereins
  1. Der Verein kann nur durch Beschluss einer eigens dazu einberufenen Mitgliederversammlung aufgelöst werden. Zu dem Beschluss ist eine Mehrheit von drei Vierteln der erschienenen Mitglieder erforderlich.

II.            Im Falle der Auflösung des Vereins, des Verlustes seiner Rechtsfähigkeit oder bei Wegfall seines bisherigen Zweckes fällt das Vereinsvermögen nach Erfüllung sämtlicher Verpflichtungen an die „Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e.V.“ mit Sitz in Potsdam, Vereinsregister Amtsgericht Potsdam, Geschäftszeichen VR 1191. Sollte diese zum betreffenden Zeitpunkt nicht mehr existieren oder nicht gemeinnützig sein, so fällt das Vereinsvermögen an die örtliche Gemeinde zur Verwendung für gemeinnützige Zwecke im Sinne des § 2 dieser Satzung.

III.           Als Liquidatoren werden der Vorsitzende und seine Stellvertreter bestellt, es sei denn die Mitgliederversammlung bestimmt im Rahmen der Auflösung mit Dreiviertelmehrheit andere Liquidatoren.

  • 15 Vergütungen für die Vereinstätigkeit
  1. Die Vereins- und Organämter werden grundsätzlich ehrenamtlich ausgeübt.

II.         Bei Bedarf können Vereinsämter im Rahmen der haushaltsrechtlichen

Möglichkeiten entgeltlich auf der Grundlage eines Dienstleistungsvertrages oder gegen Zahlung einer Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 26a EStG ausgeübt werden.

III.           Die Entscheidung über eine entgeltliche Vereinstätigkeit nach Abs. II. trifft der Vorstand. Gleiches gilt für die Vertragsinhalte und die Vertragsbeendigung.

IV.       Der Vorstand kann bei Bedarf und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen             Verhältnisse und der Haushaltslage Aufträge über Tätigkeiten für den Verein   gegen eine angemessene Vergütung oder Honorierung an Dritte vergeben.

  1. Zur Erledigung der Geschäftsführungsaufgaben und zur Führung der Geschäftsstelle ist der Vorstand ermächtigt, im Rahmen der     haushaltsrechtlichen Tätigkeiten, hauptamtlich Beschäftigte für die Verwaltung        anzustellen.

Die arbeitsrechtliche Direktionsbefugnis hat der 1. Vorsitzende.

  1. Im Übrigen haben die Mitglieder und Mitarbeiter des Vereins einen Aufwendungsersatzanspruch nach § 670 BGB für solche Aufwendungen, die Ihnen durch Ihre Tätigkeit für den Verein entstanden sind. Hierzu gehören       insbesondere Fahrtkosten, Reisekosten, Porto, Telefon usw.. Die Mitglieder        und Mitarbeiter haben das Gebot der Sparsamkeit zu beachten.

VII.      Der Anspruch auf Aufwendungsersatz kann nur innerhalb einer Frist von drei             Monaten nach seiner Entstehung geltend gemacht werden. Erstattungen   werden nur gewährt, wenn die Aufwendungen mit Belegen und Aufstellungen,       die prüffähig sein müssen, nachgewiesen werden.

VIII.     Vom Vorstand können per Beschluss im Rahmen der steuerrechtlichen             Möglichkeiten Grenzen über die Höhe des Aufwendungsersatzes nach § 670     BGB festgesetzt werden.