Was passiert in Gannahall?

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten, erleben Sie die Entwicklungen in chronologischer Abfolge

November 2010

„Wer einen Baum pflanzt, der wurzelt!“

Am Anfang war ein weites Feld, ohne jeden Schutz vor Regen, Sturm oder Sonne. Der Erbbaupachtvertrag mit der Stadt Nauen war unterschrieben und der Bebauungsplan für das Gelände des zukünftigen Projektes „Historisches Dorf GANNAHALL“ endlich in Arbeit … die konkrete Planungsphase hatte begonnen.

Nach all den negativen Erfahrungen und Rückschlägen der vorangegangenen Jahre stellten sich bei vielen Vereinsmitgliedern erstmals wieder Hoffnung und Schaffenskraft ein. Niemand von uns konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass nochmals viele Jahre voller Hürden und Prüfungen ins Land gehen würden, bevor wir unser Projekt endlich wirklich würden beginnen können.

„Kein Handschlag ohne Genehmigung“ ist ein gängiges Sprichwort in unserer Region und uns war klar, dass wir bis zum vollständigen Abschluß der Planungsphase  keine Möglichkeit haben würden unser Projekt voranzubringen. Um trotzdem unsere Entschlossenheit zum Ausdruck zu bringen, beschlossen wir ein Zeichen zu setzen, für uns, für die Öffentlichkeit und nicht zuletzt für dieses Stück havelländischer Erde, welches vertraglich zugesichert für die nächsten Jahrzehnte wieder zur „Heimat der Semnonen“ werden sollte.

Welches Symbol könnte schöner und passender sein als ein Baum, der in der Vergangenheit zu wurzeln scheint und dessen schattenspendendes Grün sich gleichsam in die Zukunft erstreckt? Besser noch als ein einzelner Baum sind viele Bäume, die in späteren Jahren zu einem Wäldchen oder einem kleinen Park heranwachsen.
Also wurden die spärlichen Mitgliedsbeiträge durch die ein oder andere Spende aufgestockt und in einer Baumschule gezielt 40 Bäumchen ausgesucht.
Angesichts des feuchten, bisweilen gar nassen Standortes, kauften wir jeweils zehn Erlen, Moorbirken, Korb- und Silberweiden, alles Bäume mit immensem Wasserverbrauch, und pflanzten diese im Rahmen unseres ersten offiziellen Arbeitseinsatzes im November 2010 im nördlichen Bereich unseres Geländes, also außerhalb des geplanten historischen Dorfes.

Gut die Hälfte der Bäumchen wurde in den darauffolgenden Jahren gestohlen, insbesondere die Birken, oder durch Wildverbiss und mutwillige Beschädigung zerstört. Die bis heute (Anfang 2018) erhaltenen Bäumchen jedoch haben sich zu prächtigen kleinen Bäumen entwickelt, die ihre Kronen schon weithin sichtbar über das ehemals weite und leere Feld erheben.

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten 2015

Im Jahr 2015 war es endlich soweit, nach Jahren des Auf und Ab schien ein Ende der Planungsphase in Sicht und wir begannen uns auf dem Gelände des zukünftigen GANNAHALL einzurichten.
Als erstes errichteten wir unser „Basislager“, bestehend aus einem Werkstatt-Container, einem alten Bauwagen als Aufenthaltsraum, sowie einigen überdachten Arbeits- und Lagerflächen.
Da allerdings noch einige Genehmigungen ausstanden, beschlossen wir als nächstes, unser „Langzeit-Experiment Palisade“ weiterzuführen, in dem wir verschiedene Konservierungsarten für von Feuchtigkeit und Windlast extrem beanspruchte Nadelholzstämme erprobten.
Fünf Jahre Standzeit sind bis zu unserer Prüfung veranschlagt, danach werden Tests ergeben, ob mit diesem Material eine komplette Einfriedung des Areals langfristig sinnvoll ist.
Weitere Priorität hatte der Holzeinschlag im Nauener Stadtforst, sowie das anschließende Anlagern, Schälen und Ablagern der Stämme.
Gegen Ende des Jahres begannen wir mit den ersten Arbeiten am Projekt 1d* von uns in der Planung „Langhaus 1“ genannt, zum Richtfest im Oktober 2016 in „Raninga-Haus“ umbenannt.

*Die einzelnen Positionen des Gesamtprojektes „Historisches Dorf GANNAHALL“ finden Sie hier.

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten 2016

Dieses Jahr stand im Zeichen von Projekt 1d* (Langhaus 1). Dies sollte im Stil eines kleinen bäuerlichen Wohnstallhauses von 15m Länge errichtet werden.
Die fehlenden behauenen Flächen machten dieses „einfachste“ unter den germanischen Langhäusern schließlich zu einer unvermuteten technischen Herausforderung. Die Recherchen zu den diesbezüglichen Arbeitsabläufen, Holzverbindungen etc., sowie deren experimentelle Umsetzung nahm die gesamte Saison in Anspruch.
Parallel begannen wir, dem Ablauf „von vorn nach hinten“ im Arbeitsbereich folgend, das nächste Projekt, den Werkstattbereich 3c, „die Schmiede“.
Dem aktuellen Forschungsstand zufolge bestanden solche Arbeitsbereiche (Metallbearbeitung, Keramik- und Nahrungsmittelherstellung via Lehmöfen usw.), die logischerweise dringend regenwassergeschützt sein müssen, aus einem 4 – 9 Pfosten-„Carportsystem“, mit (vermutlich) Pultdach, welches das Regenwasser gezielt in eine Richtung abzuleiten in der Lage war.
Da die Genehmigungen zu allen Anträgen, die Geländeanhebung betreffend, zu diesem Zeitpunkt noch ausständig waren, beschlossen wir, in für Feuchtgebiete typischer Weise eine Warft zu errichten.
Zu diesem Zweck nahmen wir Projekt T, den auch für Nauen-Bärhorst historisch verbrieften künstlich angelegten „Feuerlöschteich“, gleich mit in Angriff.
Zunächst mühsam per Hand, später dann mit einem über das Wochenende ausgeliehenem Minibagger wurde der Teich angelegt und mit dem Aushub die Warft für die Schmiede angelegt.
Der Logik folgend entschieden wir uns dafür, einen Teil des Werkstattbereichs als feuchtigkeitssicheres Werkzeug- und Materiallager abzukoffern.
Der schnellste und einfachste Weg einer witterungsabweisenden Raumverkleidung, ohne Nötigkeit von Wärmedämmung, schien uns die Schindel- oder Schwartenverkleidung mit Lehmverspachtelung zu sein.
In Ermangelung ausreichender Zeit und einer antiken „Zweimann-Schrotsäge“ entschieden wir uns für maschinell hergestellte Schwartenbretter für die Verkleidung.
Im Oktober hatten wir schließlich auch die Grundkonstruktion von 1d, „Langhaus 1“, fertiggestellt und luden daraufhin zum Richtfest.

*Die einzelnen Positionen des Gesamtprojektes „Historisches Dorf GANNAHALL“ finden Sie hier.

Winterpause & Impressionen 2016 – 17

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten 2017

Überflutung

Die Saison 2017 war vor allem geprägt von immer wiederkehrenden sintflutartigen Regenfällen, Stürmen und Überflutungen unseres Geländes.
Die behinderte nicht nur die Bauarbeiten erheblich, sondern machte auch über den kompletten Sommer und bis in den Herbst hinein die Durchführung von Veranstaltungen unmöglich.
Wenngleich wir und unser Projekt schon deutlich Schlimmeres erlebt und überstanden (!) haben, kann dieses Jahr  ohne Übertreibung als „Krisenjahr“ bezeichnet werden.
So wurde nicht nur unser Experiment „Reetdach“ immer wieder durch die Wetterkapriolen unterbrochen, sondern auch die wichtigen Veranstaltungseinnahmen gingen verloren.

Das Reetdach für Langhaus 1 konnte leider nicht fertig gestellt werden, denn zu den ungünstigen Wetterverhältnissen gesellten sich natürlich auch diverse Anfängerfehler, wodurch der Bau immer wieder ins Stocken geriet. Ohne Dach keine Lehmwände und so weiter und so fort…
Dafür konnten wir die, schon auf höhergelegter Warft errichtete Schmiede weitestgehend fertig stellen.
Weiterhin wurde, alternativ zu den eigentlich geplanten Arbeiten auf dem Areal des historischen Dorfes, mit dem Rohbau unserer „Taverne“ gegenüber des Info-Standes am zukünftigen Eingangsbereich des Dorfes begonnen.
Auch die andauernden Verhandlungen bezüglich der Aufschüttung weiterer Hauswarften wurden im Verlauf des Jahres schließlich positiv zu unserem Gunsten beendet und gegen Ende des Jahres bereits Erdmaterial angefahren.

Schließlich beendeten wir 2017 mit einem wunderbaren Jul- oder Winternachtsfeuer, mit welchem wir unter anderem unserem im Herbst verstorbenen Semnonenbund-Mitglied Andreas Deesten gedachten.
Sicherlich ein Highlight und würdiger Abschluß dieses Jahres.
Impressionen unseres Julfeuers sehen sie hier.

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten 2018

Die Bausaison 2018 begann, der Witterung geschuldet, vergleichsweise spät. Vor allem der späte Kälteeinbruch und der daraufhin tief gefrorene Boden hielten den Beginn der anstehenden Erdarbeiten auf. Doch trotz der extremen Kälte Anfang März stellten wir bis zum April den Rohbau unserer „Schänke“ fertig. Zu den AWD-Wettkämpfen Anfang Mai konnte die Schänke erstmals in Betrieb genommen werden und leistet seitdem hervorragende Dienste.

Ebenfalls im April konnte mit einem Jahr Verspätung das beauftragte Tiefbauunternehmen nun endlich mit den dringend notwendigen Erdarbeiten beginnen. Zunächst wurde der laut B-Plan erforderliche „Lärmschutzwall“ errichtet und im September auch endlich mit den Warften (künstlich angelegte Hügel) im tiefer gelegenen Bereich begonnen, auf denen die später noch zu bauenden Langhäuser und sonstigen Einrichtungen angelegt werden sollen. Dies Maßnahme läuft aufgrund des speziellen Untergrundes leider schleppend und dauert aktuell (Stand Oktober 2018) an, denn auch der im Kontrast zu 2017 extrem heiße und trockene Sommer war nicht in der Lage den Boden derart auszutrocknen, dass ein Befahren des Geländes mit schwerem Gerät problemlos möglich war.

Temperaturen von durchgehend an die 40°C brachten die Arbeiten im Juli und August nahezu zum Erliegen.

Auch die 2017 ins Stocken geratenen Arbeiten am Reetdach von Langhaus 1 wurden wieder aufgenommen und einige der „Anfängerfehler“ teilweise korrigiert. Zwar ist die rechte Dachhälfte immer noch zu stark eingedeckt, doch ist es uns gelungen bei der Fertigstellung dieser Seite die Schichtdicke allmählich zu reduzieren.
Linksseitig wurde das bereits aufgelegte erste Viertel der viel zu massiven Reeteindeckung wieder komplett rückgebaut, die Lattungsabstände reduziert und Ende September unter der Regie unserer weiblichen Vereinsmitglieder mit der neuerlichen Eindeckung begonnen.

Leider haben die Überschwemmungen von 2017 ihren Tribut auch beim eingelagerten Reet gefordert und einen Teil des Materials unbrauchbar gemacht. Somit ist eine Fertigstellung des Daches bis Ende 2018 vermutlich nicht zu erreichen, da die finanzielle Situation des Vereins in diesem Jahr einen neuerlichen Rückschlag erlitt.

Angesichts dieser Tatsache begannen die Vereinsmitglieder Ende September / Anfang Oktober, parallel zur Neu-Eindeckung von Langhaus 1 mit der Errichtung des zugehörigen Speichers, für dessen Bau das Material schon vorhanden war.

Im Verlauf des Oktobers und Novembers konnten wir aus vereinsinternen Gründen und der Witterung wegen nur noch sporadisch Arbeitseinsätze durchführen, jedoch gelang uns vor Wintereinbruch noch der Rohbau von Speicher 1 und der Beginn der Neueindeckung von Langhaus 1. Nach der ersten Lage der zweiten Dachhälfte zeichnete sich ab, dass das Material nicht mehr reichen würde. Deshalb inspizierten wir das durch die Feuchtigkeit verdorbene Reet und versuchten zu retten, was davon noch zu retten war. Aus diesen Resten gelang es uns noch einige brauchbare Bunde zu binden, welche dann mit dem Beginn der Saison 2019 verarbeitet werden sollen.

Darauf beschränkten sich dann auch unsere letzten Arbeiten des Jahres. Den Dezember verbrachten wir dann mit der Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten und geneigten Förderern, um 2019 schnellstmöglich mit neuem Material starten zu können.

Einen gelungenen Ausklang des Jahres stellte wieder einmal unsere Sonnenwendfeier mit dem großen Julfeuer dar, welche die Rauhnächte einleitete und das alte Jahr verabschiedete.  Trotz denkbar ungünstiger Witterung durften wir uns über zahlreiche Besucher und jeder Menge positiven Feedbacks freuen.
Mit so vielen Wünschen und positiver Energie kann 2019 eigentlich nur ein maximal erfolgreiches Jahr für uns werden.

😉

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten 2019

Gänzlich unerwartet verabschiedete sich der Winter schon mitten im Februar, was uns die Möglichkeit bot, die Bausaison um mindestens einen Monat vorzuverlegen.
Also waren unsere „Dachhasen“ mit den ersten Sonnenstrahlen und Temperaturen im Plusbereich auf dem Langhaus, um die im letzten Herbst geretteten Reetbunde einzubauen.

Parallel kümmerte sich unsere kleine Crew vor Ort, unterstützt von verschiedenen Maßnahmeteilnehmern um die Fortführung unseres 2014, ebenfalls als Experiment begonnenen Palisadenzaunes.
Dieser war in der unserem Projekt zugrunde liegenden Siedlung von Nauen-Bärhorst an zumindest zwei Seiten nachgewiesen und soll in dieser Art natürlich auch von uns rekonstruiert werden. Das 2014 versuchsweise errichtete Teilsegment hat seine fünfjährige Testphase über einige Stürme und Orkane mit Bravour be- bzw. überstanden und soll unser bis dato noch weitgehend offenes Gelände zukünftig vor den ganzjährig bisweilen heftigen Winden schützen.

Ab Anfang März begannen wir mit unseren Experimenten zur Wandkonstruktion und Ausfachung. Erprobt wurde bis Ende Juni die Eignung verschiedener Systeme, wie „Stabausfachung“, „Wickelstaken“ und „Flechtwerk“, sowie verschiedener Lehmmischungen an der nach Westen zeigenden Giebelwand, welche den mit Abstand heftigsten Wetterbedingungen ausgesetzt ist.
Fazit: Von den Trägerkonstruktionen bewährte sich im Verhältnis Aufwand zu Haltbarkeit erstaunlicherweise das eher instabil wirkende Flechtwerk aus vertikal in Nuten eingestellten  Haselstaken und horizontalem Weidengeflecht mit groben Maschen. Dieses erhält seine Stabilität schließlich durch die getrocknete Lehmmischung, die ein späteres Verrutschen der Staken in den Nuten verhindert. Die in Ober- und Unterseite der Querriegel gestemmten oder gebeilten Nuten lassen sich auch mit in der Antike bekanntem Werkzeug deutlich schneller  herstellen als Lagerlöcher für die Vertikalstaken.
Für die Lehmwand griffen wir auf in der Region natürlich vorkommenden Lehm-Sandboden zurück, dessen Mischung zumindest ein Abmagern überflüssig zu machen schien.  Im Zusammenhang mit der richtigen Menge Stroh und Wasser erhielten wir auf Anhieb eine gut verarbeitbare Mischung, die nach Aushärtung auch ein solides Stück Wand ergab. Unter Extrembedingungen jedoch, die wir ja explizit zu erproben wünschten, war diese Lahmwand nicht widerstandsfähig genug. Während die Rissbildung in der Fläche während des Trocknungsvorganges mithilfe längerer Strohfasern deutlich minimiert werden konnte, waren die Lehmfächer schon bei „normalem“ Platzregen schadensanfällig, nach andauerndem Regen mit mäßigem bis starkem Westwind jedoch, waren die Oberflächen zu stark angegriffen.
Eine Erdlieferung aus einem anderen Teil des Nauener Stadtgebietes brachte diesbezüglich Abhilfe. In der angefahrenen Erde fanden sich überall faust- bis fußballgroße Brocken eines bläulichen Tonmergels (?), welcher auch heftige Regenfälle weitgehend unbeschadet zu überstehen schien. Nach einer mehrtägigen Versuchsreihe fanden wir ein nahezu ideales Mischungsverhältnis aus einem Viertel vorgesumpfter (mind. 24h) „Mergelschlemme“, zwei Vierteln natürlichem Lehm-Sand-Gemisch und etwas weniger als einem Viertel Stroh mit einer Halmlänge von 5 – 15 cm.
Nach vollständiger Durchtrocknung und Aushärtung der Mischung ist die Wand so gut wie resistent gegen normale Regenfälle. Dieser Effekt kann verstärkt werden, wenn die Tonmergelschlemme später nochmals pur auf die vorgenässte Wand aufgetragen wird. Auch bei seitwärts auftreffendem Starkregen findet nun kaum noch Auswaschung statt.

Deutlich schleppender gestalteten sich bisher die Fortschritte unseres Experimentes zur Reetdacheindeckung, die aufgrund unserer finanziellen Situation bis Juni „auf Eis gelegt“ werden musste. Nachdem die Stadt Nauen mit einer Förderung im Juni die Finanzierung neuen Materials möglich machte, nahmen wir auch diese Arbeiten wieder auf. Es zeigte sich, dass schon bei der Anlage der Unterkonstruktion kleinere Fehler gemacht wurden, welche nun gravierenden Einfluß auf die Verlegung des Schilfes haben. Zu weite Lattenabstände lassen kaum Vermittlung zu, was entweder eine viel zu starke Reetschicht oder aber ein undichtes Dach zur Folge haben. Folglich musste wiederholt rückgebaut und an der Unterkonstruktion entsprechend nachgebessert werden. Aktuell befinden wir uns aber diesbezüglich auf einem guten Weg und haben mittlerweile auch die Verarbeitungstechniken weiter optimiert, so daß eine Fertigstellung vor Wintereinbruch absolut realistisch ist.

Ansonsten haben wir die erste Hälfte des Jahres mit verschiedenen Kleinprojekten, wie der Anlage eines Kräutergartens, sowie einer Reihe von Veranstaltungen verbracht, die uns finanziell bis dato nicht nur über Wasser gehalten haben, sondern maßgeblich dazu beitrugen, einen zum Jahresbeginn noch knapp fünfstelligen Schuldenberg abzutragen.
Dafür möchte ich an dieser Stelle allen engagierten Vereinsmitgliedern, allen freiwilligen Helfern, sowie der Stadt Nauen meinen Dank aussprechen! (Stand 15.07.2019)

Mittlerweile haben wir Anfang November und blicken auf die mit Abstand erfolgreichste Saison seit Beginn unseres Projektes zurück.
In diesem Jahr war, verglichen mit dem „Sintflutjahr“ 2017 und dem Hitzesommer 2018, nicht nur das Wetter „auf unserer Seite“, sondern auch einiges an glücklicher Fügung, was sich deutlich positiv auf die allgemeine Motivation auswirkte und schließlich in Erfolg und gutem Gelingen gipfelte.

Im September erhielten wir Besuch vom Bürgermeister der Stadt Nauen und dem Landrat des Havellandes, die sich als Förderer des Projektes über die Fortschritte informieren wollten. Beide zeigten sich überaus interessiert, auch an diversen Details des Projektes, sowie den Informationen zur weiteren Vereinsarbeit und waren abschließend höchst erfreut über die positiven Entwicklungen. Leider reichte die knapp bemessene Besuchszeit, trotz viertelstündiger Überziehung, nicht aus um über alles zu reden, was unser Projekt und dessen zukünftige Planungen angeht. Abschließend wurde uns von beiden Seiten Wohlwollen versichert, sowie ein Ausbau der Zusammenarbeit und Unterstützung in Aussicht gestellt.

Wie bereits angemerkt, wurden die Bauarbeiten 2019 nur seltenst von Wetterkapriolen unterbrochen, lediglich die Vorbereitungen und Durchführung unserer zahlreichen Veranstaltungen vermochten kurzzeitig unseren Elan zu bremsen. Jede dieser Veranstaltungen für sich genommen übertraf unsere Erwartungen in jeder Hinsicht und bescherte uns im Nachgang ein gesteigertes öffentliches Interesse an unserem Projekt.
Daraufhin hat sich unter anderem die Nachfrage nach Darstellungsbuchung, Mietung des Geländes, Teilnahme an diversen Kursen oder Projekttagen, aber auch die Angebote tatkräftiger Unterstützung derart vervielfacht, dass beispielsweise die Buchungen zu externen Veranstaltungen, wie etwa historische Feste zu Stadt- oder Gemeindejubiläen, mit den vorhandenen aktiven Mitgliedern perspektivisch überhaupt nicht mehr zu bewältigen wären. Aber auch dieses „Problem“ wird sich mit zunehmender Öffentlichkeitswirkung zuküntig hoffentlich lösen lassen.

Als größten Erfolg vermelden können wir allerdings die weitgehende Vertigstellung der Außenhülle von Langhaus 1.
Nicht nur das Dach ist nach all den Rückschlägen, Fehlern und neuen Anläufen nun endlich vollständig eingedeckt und dicht, lediglich der ideale Firstabschluß muß unter mehreren infrage kommenden Varianten ausgewählt und umgesetzt werden, auch die Wandausfachung ist bis dato zu 95% grob abgeschlossen. Lediglich drei Wandsegmente und ein Viertel des Rückwärtigen Giebels harren noch der Auffüllung, wir sind allerdings zuversichtlich, dass wir spätestens zum Sonnenwendfeuer ein rundum geschlossenes Gebäude präsentieren können.
Damit ist es uns möglich, unabhängig von der Witterung auch während der Wintermonate mit einigen unserer Experimente, zum Beispiel die Feinarbeiten und das Finish der Innenwände oder auch die „Herd- und Rauchabzugsproblematik“ betreffend, fortzufahren.
Wir haben bereits damit begonnen, die aus diesen Experimenten resultierenden wertvollen Erkenntnisse entsprechend zu dokumentieren und werden diese zukünftig hier auf unserer Seite präsentieren.

Möglich gemacht hat diese Entwicklung übrigens vor allem eine zunehmende Spezialisierung einiger Vereinsmitglieder und regelrechter kleiner Arbeitsgruppen auf verschiedene Tätigkeiten, wie die Dacheindeckung, die Arbeiten an der Wandkonstruktion oder auch den Gartenbau, bei dem es in diesem Jahr ebenfalls erste Fortschritte zu vermelden gab.
Mittlerweile verfügen wir über drei separate Anlagen zum Anbau von Kräutern, Gemüse und anderen Nutzpflanzen, deren letzte ein vor wenigen Tagen fertiggestelltes großes Permakultur-Hügelbeet darstellt.
Tatkräftige Unterstützung hierbei erhielten wir durch engagierte und fachlich versierte Neuzugänge. Vor allem ihnen ist auch die Durchführung unserer, in diesem Jahr erstmals offiziell auf unserem weitläufigen Gelände stattgefundenen Kräuterführungen mit anschließender Verarbeitung und gemütlicher Tafel im Kreis der Teilnehmer zu verdanken.

Kurzum, wir freuen uns über die positiven Entwicklungen und blicken hoffnungsvoll in die Zukunft.