Arbeitseinsätze Galerie2018-10-15T22:12:17+00:00

Was passiert in Gannahall?

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten, erleben Sie die Entwicklungen in chronologischer Abfolge

November 2010

„Wer einen Baum pflanzt, der wurzelt!“

Am Anfang war ein weites Feld, ohne jeden Schutz vor Regen, Sturm oder Sonne. Der Erbbaupachtvertrag mit der Stadt Nauen war unterschrieben und der Bebauungsplan für das Gelände des zukünftigen Projektes „Historisches Dorf GANNAHALL“ endlich in Arbeit … die konkrete Planungsphase hatte begonnen.

Nach all den negativen Erfahrungen und Rückschlägen der vorangegangenen Jahre stellten sich bei vielen Vereinsmitgliedern erstmals wieder Hoffnung und Schaffenskraft ein. Niemand von uns konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass nochmals viele Jahre voller Hürden und Prüfungen ins Land gehen würden, bevor wir unser Projekt endlich wirklich würden beginnen können.

„Kein Handschlag ohne Genehmigung“ ist ein gängiges Sprichwort in unserer Region und uns war klar, dass wir bis zum vollständigen Abschluß der Planungsphase  keine Möglichkeit haben würden unser Projekt voranzubringen. Um trotzdem unsere Entschlossenheit zum Ausdruck zu bringen, beschlossen wir ein Zeichen zu setzen, für uns, für die Öffentlichkeit und nicht zuletzt für dieses Stück havelländischer Erde, welches vertraglich zugesichert für die nächsten Jahrzehnte wieder zur „Heimat der Semnonen“ werden sollte.

Welches Symbol könnte schöner und passender sein als ein Baum, der in der Vergangenheit zu wurzeln scheint und dessen schattenspendendes Grün sich gleichsam in die Zukunft erstreckt? Besser noch als ein einzelner Baum sind viele Bäume, die in späteren Jahren zu einem Wäldchen oder einem kleinen Park heranwachsen.
Also wurden die spärlichen Mitgliedsbeiträge durch die ein oder andere Spende aufgestockt und in einer Baumschule gezielt 40 Bäumchen ausgesucht.
Angesichts des feuchten, bisweilen gar nassen Standortes, kauften wir jeweils zehn Erlen, Moorbirken, Korb- und Silberweiden, alles Bäume mit immensem Wasserverbrauch, und pflanzten diese im Rahmen unseres ersten offiziellen Arbeitseinsatzes im November 2010 im nördlichen Bereich unseres Geländes, also außerhalb des geplanten historischen Dorfes.

Gut die Hälfte der Bäumchen wurde in den darauffolgenden Jahren gestohlen, insbesondere die Birken, oder durch Wildverbiss und mutwillige Beschädigung zerstört. Die bis heute (Anfang 2018) erhaltenen Bäumchen jedoch haben sich zu prächtigen kleinen Bäumen entwickelt, die ihre Kronen schon weithin sichtbar über das ehemals weite und leere Feld erheben.

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten 2015

Im Jahr 2015 war es endlich soweit, nach Jahren des Auf und Ab schien ein Ende der Planungsphase in Sicht und wir begannen uns auf dem Gelände des zukünftigen GANNAHALL einzurichten.
Als erstes errichteten wir unser „Basislager“, bestehend aus einem Werkstatt-Container, einem alten Bauwagen als Aufenthaltsraum, sowie einigen überdachten Arbeits- und Lagerflächen.
Da allerdings noch einige Genehmigungen ausstanden, beschlossen wir als nächstes, unser „Langzeit-Experiment Palisade“ weiterzuführen, in dem wir verschiedene Konservierungsarten für von Feuchtigkeit und Windlast extrem beanspruchte Nadelholzstämme erprobten.
Fünf Jahre Standzeit sind bis zu unserer Prüfung veranschlagt, danach werden Tests ergeben, ob mit diesem Material eine komplette Einfriedung des Areals langfristig sinnvoll ist.
Weitere Priorität hatte der Holzeinschlag im Nauener Stadtforst, sowie das anschließende Anlagern, Schälen und Ablagern der Stämme.
Gegen Ende des Jahres begannen wir mit den ersten Arbeiten am Projekt 1d* von uns in der Planung „Langhaus 1“ genannt, zum Richtfest im Oktober 2016 in „Raninga-Haus“ umbenannt.

*Die einzelnen Positionen des Gesamtprojektes „Historisches Dorf GANNAHALL“ finden Sie hier.

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten 2016

Dieses Jahr stand im Zeichen von Projekt 1d* (Langhaus 1). Dies sollte im Stil eines kleinen bäuerlichen Wohnstallhauses von 15m Länge errichtet werden.
Die fehlenden behauenen Flächen machten dieses „einfachste“ unter den germanischen Langhäusern schließlich zu einer unvermuteten technischen Herausforderung. Die Recherchen zu den diesbezüglichen Arbeitsabläufen, Holzverbindungen etc., sowie deren experimentelle Umsetzung nahm die gesamte Saison in Anspruch.
Parallel begannen wir, dem Ablauf „von vorn nach hinten“ im Arbeitsbereich folgend, das nächste Projekt, den Werkstattbereich 3c, „die Schmiede“.
Dem aktuellen Forschungsstand zufolge bestanden solche Arbeitsbereiche (Metallbearbeitung, Keramik- und Nahrungsmittelherstellung via Lehmöfen usw.), die logischerweise dringend regenwassergeschützt sein müssen, aus einem 4 – 9 Pfosten-„Carportsystem“, mit (vermutlich) Pultdach, welches das Regenwasser gezielt in eine Richtung abzuleiten in der Lage war.
Da die Genehmigungen zu allen Anträgen, die Geländeanhebung betreffend, zu diesem Zeitpunkt noch ausständig waren, beschlossen wir, in für Feuchtgebiete typischer Weise eine Warft zu errichten.
Zu diesem Zweck nahmen wir Projekt T, den auch für Nauen-Bärhorst historisch verbrieften künstlich angelegten „Feuerlöschteich“, gleich mit in Angriff.
Zunächst mühsam per Hand, später dann mit einem über das Wochenende ausgeliehenem Minibagger wurde der Teich angelegt und mit dem Aushub die Warft für die Schmiede angelegt.
Der Logik folgend entschieden wir uns dafür, einen Teil des Werkstattbereichs als feuchtigkeitssicheres Werkzeug- und Materiallager abzukoffern.
Der schnellste und einfachste Weg einer witterungsabweisenden Raumverkleidung, ohne Nötigkeit von Wärmedämmung, schien uns die Schindel- oder Schwartenverkleidung mit Lehmverspachtelung zu sein.
In Ermangelung ausreichender Zeit und einer antiken „Zweimann-Schrotsäge“ entschieden wir uns für maschinell hergestellte Schwartenbretter für die Verkleidung.
Im Oktober hatten wir schließlich auch die Grundkonstruktion von 1d, „Langhaus 1“, fertiggestellt und luden daraufhin zum Richtfest.

*Die einzelnen Positionen des Gesamtprojektes „Historisches Dorf GANNAHALL“ finden Sie hier.

Winterpause & Impressionen 2016 – 17

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten 2017

Überflutung

Die Saison 2017 war vor allem geprägt von immer wiederkehrenden sintflutartigen Regenfällen, Stürmen und Überflutungen unseres Geländes.
Die behinderte nicht nur die Bauarbeiten erheblich, sondern machte auch über den kompletten Sommer und bis in den Herbst hinein die Durchführung von Veranstaltungen unmöglich.
Wenngleich wir und unser Projekt schon deutlich Schlimmeres erlebt und überstanden (!) haben, kann dieses Jahr  ohne Übertreibung als „Krisenjahr“ bezeichnet werden.
So wurde nicht nur unser Experiment „Reetdach“ immer wieder durch die Wetterkapriolen unterbrochen, sondern auch die wichtigen Veranstaltungseinnahmen gingen verloren.

Das Reetdach für Langhaus 1 konnte leider nicht fertig gestellt werden, denn zu den ungünstigen Wetterverhältnissen gesellten sich natürlich auch diverse Anfängerfehler, wodurch der Bau immer wieder ins Stocken geriet. Ohne Dach keine Lehmwände und so weiter und so fort…
Dafür konnten wir die, schon auf höhergelegter Warft errichtete Schmiede weitestgehend fertig stellen.
Weiterhin wurde, alternativ zu den eigentlich geplanten Arbeiten auf dem Areal des historischen Dorfes, mit dem Rohbau unserer „Taverne“ gegenüber des Info-Standes am zukünftigen Eingangsbereich des Dorfes begonnen.
Auch die andauernden Verhandlungen bezüglich der Aufschüttung weiterer Hauswarften wurden im Verlauf des Jahres schließlich positiv zu unserem Gunsten beendet und gegen Ende des Jahres bereits Erdmaterial angefahren.

Schließlich beendeten wir 2017 mit einem wunderbaren Jul- oder Winternachtsfeuer, mit welchem wir unter anderem unserem im Herbst verstorbenen Semnonenbund-Mitglied Andreas Deesten gedachten.
Sicherlich ein Highlight und würdiger Abschluß dieses Jahres.
Impressionen unseres Julfeuers sehen sie hier.

Arbeitseinsätze & Bauarbeiten 2018

Die Bausaison 2018 begann, der Witterung geschuldet, vergleichsweise spät. Vor allem der späte Kälteeinbruch und der daraufhin tief gefrorene Boden hielten den Beginn der anstehenden Erdarbeiten auf. Doch trotz der extremen Kälte Anfang März stellten wir bis zum April den Rohbau unserer „Schänke“ fertig. Zu den AWD-Wettkämpfen Anfang Mai konnte die Schänke erstmals in Betrieb genommen werden und leistet seitdem hervorragende Dienste.

Ebenfalls im April konnte mit einem Jahr Verspätung das beauftragte Tiefbauunternehmen nun endlich mit den dringend notwendigen Erdarbeiten beginnen. Zunächst wurde der laut B-Plan erforderliche „Lärmschutzwall“ errichtet und im September auch endlich mit den Warften (künstlich angelegte Hügel) im tiefer gelegenen Bereich begonnen, auf denen die später noch zu bauenden Langhäuser und sonstigen Einrichtungen angelegt werden sollen. Dies Maßnahme läuft aufgrund des speziellen Untergrundes leider schleppend und dauert aktuell (Stand Oktober 2018) an, denn auch der im Kontrast zu 2017 extrem heiße und trockene Sommer war nicht in der Lage den Boden derart auszutrocknen, dass ein Befahren des Geländes mit schwerem Gerät problemlos möglich war.

Temperaturen von durchgehend an die 40°C brachten die Arbeiten im Juli und August nahezu zum Erliegen.

Auch die 2017 ins Stocken geratenen Arbeiten am Reetdach von Langhaus 1 wurden wieder aufgenommen und einige der „Anfängerfehler“ teilweise korrigiert. Zwar ist die rechte Dachhälfte immer noch zu stark eingedeckt, doch ist es uns gelungen bei der Fertigstellung dieser Seite die Schichtdicke allmählich zu reduzieren.
Linksseitig wurde das bereits aufgelegte erste Viertel der viel zu massiven Reeteindeckung wieder komplett rückgebaut, die Lattungsabstände reduziert und Ende September unter der Regie unserer weiblichen Vereinsmitglieder mit der neuerlichen Eindeckung begonnen.

Leider haben die Überschwemmungen von 2017 ihren Tribut auch beim eingelagerten Reet gefordert und einen Teil des Materials unbrauchbar gemacht. Somit ist eine Fertigstellung des Daches bis Ende 2018 vermutlich nicht zu erreichen, da die finanzielle Situation des Vereins in diesem Jahr einen neuerlichen heftigen Rückschlag erlitt.

Angesichts dieser Tatsache begannen die Vereinsmitglieder Ende September / Anfang Oktober, parallel zur Neu-Eindeckung von Langhaus 1 mit der Errichtung des zugehörigen Speichers, für dessen Bau das Material schon vorhanden war.

  1. Krüger, 15.10.2018